Unsere Fahne

 

Ursprung der Fahnen*

Das Wort „Fahne“ ist abgeleitet aus dem althochdeutschen Wort „fano“, was soviel heißt wie Tuch. Die Bedeutung des Wortes Fahne als Feld- und Hoheitszeichen entstand durch die verkürzte Form des zusammengesetzten Wortes „gundfano“, der Bezeichnung eines Kampftuches. Heute versteht man unter der Fahne ein Stück Tuch, das sich an einer Fahnenstange befestigt, und durch seine individuelle Ausgestaltung als Unterscheidungs-zeichen zu anderen Gemeinschaften eignet.

Die Geschichte der Fahne geht zurück bis ca. 1500 vor Christus. Während sie zu dieser Zeit in der ägyptischen Kultur zur Orientierung in der Schlacht diente, galt sie im Mittelalter als Lehensymbol oder als Zeichen für den Anführer. Zur Zeit der Kreuzzüge entstanden schließlich auch Wappen auf Fahne, Schild und Helm als Erkennungszeichen für die in Rüstungen gekleideten und dadurch nur schwer unterscheidbaren Krieger. Das mittelhochdeutsche Wort „wápen“ erfuhr im laufe der Zeit einen Bedeutungswandel von „Waffe“ zu „Abzeichen“.

Als Zeichen der Verbundenheit mit Gott entstanden im frühen Mittelalter die ersten Bildfahnen. Zum Beispiel kämpfte Heinrich von Österreich im 10 Jahrhundert unter dem Bild des Erzengels Michael. In Anlehnung an diese Bildfahnen wurde später – im Zuge der Wehrverfassung, in der systematische Vorkehrungen für den Kriegsfall in ihrer Gesamtheit festgelegt wurden – auf den so genannten Zunftfahnen der jeweilige Zunftheilige abgebildet. Damit war die Entwicklung der Fahne von einem reinen Orientierungspunkt zu einem Symbol von Ehre und Treue abgeschlossen. Aus diesem Grund wurde die Fahne auch als Heiligtum angesehen und mit Gottes Segen von der Kirche geweiht. Die Verteidigung der Fahne galt somit als oberste Pflicht und die Obristen ernannten besonders tapfere und zuverlässige Fähnriche, deren Aufgabe es war die Fahne in der Schlacht bis zum Tod zu verteidigen. Des Weiteren war es ihnen strengstens untersagt, die Fahne los zu lassen oder gar auf die Erde fallen zu lassen. Die Eroberung der feindlichen Fahne galt dem gegenüber als eine Ruhmestat, der Verlust der eigenen Fahne als eine Schande.

Den Wert der Fahne finden wir auch heute noch im Fahneneid der Rekruten: “Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.”

Und auch in der Bayernhymne gedenken wir der Fahne, wenn wir in der zweiten Strophe singen: „[…] Dass mit Deutschlands Bruderstämmen einig uns ein jeder schau, und den alten Ruhm bewahre, unser Banner weiß und blau! […]”

Und so schließt sich der Kreis zu den Fahnen unserer Trachtenvereine. Die Fahne ist Ausdruck unserer Verbundenheit mit unserem Glauben, unserer Heimat und der bayrischen Tradition.

* aus dem “Handbuch für den Fähnrich”des Isargaues www.isargau.de